Freitag, 4. Mai 2007

Der Traum

An einem geheimen Wasserfall sitzend, die Gischt legt sich wie ein erfrischender Nebel auf meine Haut erlebe ich einen Traum. Überall seh ich bunte Vögel und höre sie ihre Lieder singen, funkelnde Libellen tanzen übers Wasser, dann und wann springt ein Fisch aus dem Wasser um sich eine Fliege zu fangen.
Die Sonne spiegelt sich auf dem Wasser, ich schließe die Augen und genieße das zärtliche Streicheln der Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Der Wind singt in den Baumwipfeln ein leises Lied, die Vögel singen ihre Melodie dazu, untermalt vom Sirren der Insekten.
Gelegentlich streicht eine kleine Windboe wie eine sanfte Feder über meine nackten Arme.
Meine Gedanken beginnen zu treiben, die streichelnden Sonnenstrahlen werden zu zärtlichen Händen, der Wind flüstert mir liebevolle Worte ins Ohr und die Vögel singen Liebeslieder.

Plötzlich spüre ich etwas an meinem Rock zupfen, ich öffne verträumt die Augen und schau in das Gesicht eines jungen Freundes... "Fabi, kannst Du mir helfen, ich muß das hier noch fertig machen, weißt doch ich möchte sie damit überraschen, ihr eine Freude machen und weiß nicht wie, was meinst Du???" Fragende Augen schaun mich erwartungsvoll an, eine Hand streckt mir etwas entgegen "Sie ist sooo süß, findest Du nicht auch Fabi? Ein so niedliches Mädchen muß man doch verwöhnen, meinst Du nicht?"
Ich mach mechanisch die Gabe fertig und reich sie zurück, nicke zu dem "Danke Fabi, bist ein wirklich guter Kumpel" und suche den geheimen Wasserfall in der Küche um mich herum.

Mittwoch, 2. Mai 2007

die Gemeinschaft verändert sich

Schon seit Wochen machen sich die Veränderungen bemerkbar, Ehlonna hat die Gemeinschaft als Erste verlassen, sie ging zurück zu ihrer Familie. Es entstanden immer mehr Streitigkeiten, immer öfter war nicht Lachen und Gemeinsames sondern Zwist zu hören.
Dann verlies Wulfen uns im Streit, ging wieder alleine auf die Jagd wie es ein Wolf gerne tut.
Ich bedauerte das Weggehen der Beiden, vor allem Ehlonna vermißte ich sehr.

Argovier hatte mir die Geschicke der Gemeinschaft anvertraut, da er etwas plötzlich auf eine weite und sehr gefährliche Reise mußte. Seine ruhige, bestimmte und kraftvolle Art fehlte mir sehr.
Doch diese ständigen, kleinlichen Zwistigkeiten um nichts gingen über meine Kräfte, dazu noch der Kampf mit Bragor, die Verletzung die ich erlitten hatte (welche mich immer noch schwächte), all das brachte mich an den Rand meiner Möglichkeiten.
Die Streitereien unter den Jüngeren nahmen kein Ende, immer wieder kam Jemand angelaufen und beklagte sich bei mir über einen der Anderen, immer öfter mußte ich schlichten.

Ich war auf Jagd unterwegs, mußte Zwiesprache mit der Natur halten, wieder Kraft schöpfen und einen klaren Kopf bekommen.

Bei meiner Rückkehr erwartete mich ein Zettel von Sheriahna
"Fabi es tut mir leid, ich kann hier nicht mehr bleiben. Bitte versuch nicht mir zu folgen, ich muß eine Weile für mich alleine sein."


Mit dem Zettel in der Hand ging ich traurig zu den Anderen.
Offenbar wußten sie es schon, alle saßen mit bedrückten Gesichtern am Tisch, keiner wollte oder konnte mir so recht in die Augen schaun.
Meinen Entschluß hatte ich bereits im Wald getroffen, daher mußte ich nicht mehr lange überlegen. Ruhig setzte ich es den Anderen auseinander daß ich ohne ihre Hilfe so nicht weitermachen konnte.
Und siehe da, plötzlich ging es, alle halfen mit.
Langsam keimte doch die Hoffnung bis zu Argoviers Rückkehr alles im Lot halten zu können.

Sonntag, 29. April 2007

Die Stimme in mir

Sie hatten mit zurück geholt ins Leben so erzählten sie mir. Starke Onlomagie hätte gewirkt werden müssen um mich zu retten...
Ich mußte ihnen glauben, erinnern konnte ich mich an nichts, nur an den Säbel in meinem Leib und dann daran daß ich erwachte in Anatubien, an die Schmerzen, an den Blick von Dame Lar und diesem alten Onlo aus Krato und daran daß ich zu kraftlos war um mich zu erheben.
Dame Lar hatte mich verbunden, mir einen ihrer Umhänge geliehen bis ich mir etws von meinen Sachen holen konnte um die zerfetzte und blutige Kleidung zu ersetzen die ich getragen hatte.

Und an diese Stimme konnte ich mich erinnern, ich spürte sie immer noch in mir, sie sprach immer noch leise zu mir, war mir immer noch nahe. Sie zog mich zur Lichtung, zu dieser Lichtung mitten im Wald von Gobos, daher bat ich Dame Lar mich dorthin zu bringen damit ich dort in Ruhe ganz genesen könne. Was es war ahnte, ich spürte die Dringlichkeit, spürte daß es wichtig war dort hin zu kommen, der Stimme zu folgen.
Dort sprach sie mit mir, den ganzen restlichen Nachmittag hörte ich diese Stimme in meinem Herzen und war geborgen in mitten der großen Bäume.

Dazwischen

Eine seltsame schwere Dunkelheit umfing mich, wo war ich? Was war geschehen?
Ich konnte mich nur schwach erinnern, Schreie, einen Kampf.....
Doch jetzt hörte ich leise Rufe, aus weiter Entfernung, Stimmen die mir vage vertraut waren und eine die ich schon mein Leben lang in meinem Herzen gehört hatte, sie war mir so vertraut wie meine Eigene.
Irgendetwas zog mich weg von hier, zog mich zurück in meinen schmerzenden Körper.

Die Falle

"Fabra, gut daß Du da bist" überfiel mich eine total aufgelöste Sheriahna "weißt Du was diese Verrückten gestern geplant haben? und sie macht auch noch mit, nicht mal Marci tut was dagegen....." Weinend fiel mir das Mädchen in die Arme. Völlig verdutzt versuchte ich sie zu beruhigen nach und nach heraus zu bekommen was vorgefallen war.
Die Bürgerwehr schien sich gestern Nacht, als ich mich schon zurück gezogen hatte nochmals getroffen zu haben. Dabei haben diese Dummköpfe beschlossen Bragor eine Falle zu stellen, mit Flora als Lockvogel, sie sollte diesen Kerl in Lardikia in eine Falle locken wo die Bürgerwehr ihn dann stellen und dingfest machen wollte. Dieses dumme Kind sich auf sowas einzulassen und diese noch dümmeren Männer .....
Voller Sorge um das Mädchen und Wut auf die Männer die sie in eine solche Gefahr brachten rannte ich so schnell ich konnte hinter ihnen her nach Lardikia. Ganz eindeutig unterschätzten sie diesen Bragor gewaltig, um in eine solch simple Falle zu gehen war er bestimmt zu gerissen.
Schon von weitem konnte ich Floras Schreie, Kampflärm und die Flüche der Männer hören, voller Angst um das Kind zog ich meinen Dolch und rannte ins Haus.
Ein wüstes Getümmel und Flora mitten drin, völlig in Panik.
Eilends zog ich sie hinter mich in Deckung und versuchte die Lage zu überblicken.
Bragor hatte mich entdeckt, wutendbrannt daß ich ihm vor einigen Tagen entkommen war stürzte er sich auf mich, rammte mir seinen Degen in den Leib.
Alles wurde dunkel um mich, ich hörte noch Floras entsetzte Schreie, dann war alles still.

Freitag, 27. April 2007

Der Wolf

Großvater hat mir einmal eine Geschichte erzählt, gerade jetzt, wo ich voll Wut, Abscheu und auch Angst bin nach den Überfällen, den Bomben und dieser entsetzlichen Entführung kommt sie mir immer wieder in den Sinn.

Wir saßen damals nach der Jagd Abends am Lagerfeuer. Es war schon dunkel geworden und das Feuer knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten.

Großvater sagte nach einer Weile des Schweigens: "Weißt du, wie ich mich manchmal fühle? Es ist, als ob da zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden. Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend."

"Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?" fragte ich ihn damals.

"Der Wolf, den ich füttere." antwortete Großvater.

Donnerstag, 26. April 2007

Entführt

Immer mehr nahmen die Übergriffe der Banditen zu, vor ein paar Tagen auf einer Bürgerversammlung kamen schockierende Einzelheiten über Bürgermeister Clad Hayre ans Licht, von Unterschlagungen im Rathaus war die Rede, Wahlbetrug warf man ihm ebenfalls vor. Außerdem trat eine Dame ans Podium die ihn ganz offen beschuldigte, der Vater ihres Sohnes zu sein, sie vor Jahren, als sie noch eine junge Schönheit aber aus armen Verhältnissen gewesen sei für eine ungeliebte aber vermögende und einflußreiche Frau sitzen gelassen zu haben.
Der Bürgermeister trat zurück, Meister Bowen wurde die vorläufige Amtsgewalt übertragen, er rief zur Gründung einer Bürgerwehr auf.

Selbstverständlich trat ich dieser sofort bei, diesem Gesindel mußte man entschlossen gegenüber treten.
Die Bürgerwehr war noch keine Stunde alt als die Banditen zuschlugen, sie sprengten kurz nach Mitternacht die wichtigsten Handelspunkte, Clad Hayre wurde dabei beobachtet als er mit dem Anführer der Banditen, einem Bragor die Anschläge vereinbarte.
Heute Nacht nun um die zehnte Stunde war im Gasthaus bei Kiras wieder Bürgerversammlung, es tagte die Bürgerwehr um zu besprechen was unternommen werden sollte. Mitten in der lebhaften Diskussion fand ich mich plötzlich in einem Keller wieder, ohne zu wissen wie ich dorthingekommen war. Mir wurde ein stinkender Sack über den Kopf gezogen und die Hände auf den Rücken gefesselt.
Es war entsetzlich. Ein Mann der mit Bragor angesprochen wurde trat ganz dicht vor mich, berührte mich....... ich will gar nicht daran denken wie .. und flüsterte mir ins Ohr daß er noch etwas zu erledigen hätte, sich danach aber um mich kümmern würde. Ich wußte genau daß ich dies nicht erleben wollte. Stimmen von anderen Männern konnte ich hören, die dreckige Witze rissen und lachten, das Rauschen des Meeres, es roch muffig, nach Fisch und Feuchtigkeit.
Es war schrecklich, ich wußte nicht wie mir geschehen war, weshalb war ich entführt worden, warum ich? Was wollte dieser Gauner von mir? Fragen die ich später beantworten wollte, erst einmal mußte ich hier entkommen, bei der Rückkehr dieses Mannes, Bragor durft ich nicht mehr hier sein.
Kaum war dieser widerliche Kerl verschwunden und ich allein in diesem Kellerloch begann ich alles abzusuchen, um meine Fesseln zu lösen. An einem hervorstehenden Mauerteil bgann ich sie mit aller Kraft aufzuscheuern, ohne Rücksicht auf meine Haut die dabei ebenfalls zu Schaden kam.
Mein Schrecken wurde noch größer als ich viele entsetzlich laute Explosionen hörte. Die Männer draußen lachten dreckig und machten Bemerkungen über den Schrecken den sie verbreiteten, über zwei Wesen die ihnen geholfen hätten, sie nannten sogar die Namen.

Endlich waren die Fesseln auf, ich riß den Sack von meinem Kopf und konnte mich erst einmal in meinem Gefängnis umsehen. Es war ein einfacher Raum, ohne Türriegel. Es war mir daher möglich die Tür leise zu öffnen und an den Männern im Nebenraum vorbei nach draußen zu schleichen.
Wie erstaunt war ich als ich mich in den Tempelanlagen von Linya wiederfand.
So schnell ich konnte rannte ich zum Strand, lies mich übersetzen und floh nach Konlir in Sicherheit.